Übersichtsarbeit


Eine neue Kombination: Injektions-Lipolyse und Genius – Fettabbau und Straffung ist genial

A New Combination Therapy: Injection lipolysis and Genius - fat reduction and tightening is ingenious

Keywords | Summary | Correspondence | Literature


Keywords

, , ,

Schlüsselworte

, , ,

Summary

In recent years, however, the network has also dealt with the topic of "combination therapies in minimally invasive aesthetics" in a number of articles [1-5]. The combination of PRP with mesotherapy for the treatment of hair loss has proven to be very effective, the same applies to PRP and needling as well as lipolysis and cryolipolysis or lipolysis and ketogenic diet.

Zusammenfassung

In den vergangenen Jahren hat sich das Netzwerk in seiner Praxis, aber auch in einigen Artikeln mit dem Thema „Kombinationstherapien in der minimal invasiven Ästhetik“ beschäftigt [1-5]. Die Kombination von PRP mit Mesotherapie für die Behandlung des Haarausfalls hat sich als sehr effektiv erwiesen, gleiches gilt für PRP und Needling sowie Lipolyse und Cryolipolyse oder Lipolyse und Ketogene Diät.


Im vergangenen Jahr hat unsere Praxis ein neues Gerät für die Hautstraffung angeschafft, ein Needling-Radiofrequenz Gerät mit dem Namen Genius (Fa. Lutronic). Hintergrund war, dass gerade im Halsbereich zur Verbesserung der Hautstruktur keine wirklich guten Alternativen bestehen. Zusätzlich ist das Gerät besonders für dunkle Hauttypen geeignet. Da ich im Gesicht mit Lipolyse häufig behandele und dort auch sehr gute Ergebnisse erziele, kam zwangsläufig das Thema auf, nach Straffung der Halsregion durch Lipolyse durch den Genius noch einen Volumenaufbau und eine Hautstrukturverbesserung zu erzielen, um diesen Synergieeffekt zu nutzen.

 

Der Wirkmechanismus der Injektions-Lipolyse dürfte den Lesern hinlänglich bekannt sein, deshalb hier nur eine sehr kurze Zusammenfassung: Es handelt sich dabei um die chemische Zerstörung der Adipozyten, einerseits durch Desoxycholsäure (DOC, Fettzellnekrose) und Polyenylphosphatidylcholin (PPC, Apoptose) [6] im bekannten und seit 20 Jahren eingesetzten Netzwerk Compound, andererseits um die starke lipolytische Wirkung (=schnelle Entleerung der Fettzellen) und zusätzlich Apoptose im Nano PPC, dem neuen Injectable des Netzwerks. Insbesondere erstere ist nicht nur assoziiert mit der Reduzierung von Fettkompartimenten, sondern auch mit der durch die Entzündung initiierten Straffung der Haut. Letztere ist nicht ursächlich mit einer Entzündung verbunden, und deshalb ist der Straffungseffekt geringer.

Abb. 1 a+b: Ergebnis nach 1 Behandlung Injektions-Lipolyse und 1 Behandlung Genius, weitere Behandlungen geplant.

 

Der Genius ist ein Radiofrequenz Gerät mit Needling (also bereits selbst eine Kombination von Hitze und Kollageninduktion!). Ich muss hier ganz offen gestehen, dass ich jahrelang den Einsatz der Radiofrequenz in der Ästhetik wegen der fehlenden Temperaturkontrolle und -regulation kritisch gesehen habe. Zunächst zum Risiko beim Genius: In den 18 Monaten, die unsere Praxis mit dem Gerät arbeitet, habe ich keine einzige Komplikation gehabt. Das intelligente, sich selbst durch Impedanzmessung regulierende System der Energieabgabe beim Genius stoppt sofort, wenn bestimmte Werte überschritten werden. Das ist neu und deshalb von großer Bedeutung für die Zukunft dieser minimal invasiven Therapie. Zur Wirkung ist zu sagen, dass einige Publikationen gezeigt haben, dass wir es mit einem wirklichen Volumenaufbau zu tun haben, was in Konsequenz bedeutet, dass Hautüberschuss reduziert wird. Auf der jüngsten Tagung der DDL in Stuttgart habe ich einen Vortrag zu meinen Ergebnissen mit dem Gerät gehalten und war sehr verwundert, dass einige Kollegen von starken Schmerzen der Patienten während der Behandlung berichteten. Diese Reporte stehen im Gegensatz zu den eigenen Erfahrungen und deshalb ließ mir die Diskrepanz der unterschiedlichen Erfahrungen keine Ruhe. Ich habe sofort den Techniker kommen und das Gerät überprüfen lassen, um eine evtl. zu niedrige Energie ausschließen zu können. Ich kann mir jetzt die Unterschiede nur mit der Oberflächenanästhesie erklären, die ich verwende: Anesthesis L Creme (Mohren Apotheke zu St. Lorenz, Nürnberg), die ich ausnahmsweise okklusiv und mindestens 45 Minuten vor der Behandlung auftrage. Zusätzlich erfolgt während der Behandlung eine Kaltluftkühlung. Prinzipiell ist die Behandlung natürlich schmerzhaft, mit den oben genannten Verfahren lässt sich aus meiner Sicht jedoch ein suffizientes Schmerzmanagement durchführen.

Abb. 2 a+b: Ergebnis nach 1 Behandlung Injektions-Lipolyse und 1 Behandlung Genius, auch diese Patientin wird noch weiter behandelt.

 

Ich bin von den Ergebnissen der einzelnen Verfahren begeistert, unabhängig von ihrer Kombination, weil beide meine Gesichtsbehandlungen optimal abrunden. Noch begeisterter aber bin ich von der Synergie, die sich mit beiden Verfahren erzielen lässt. Im Normalfall behandele ich zuerst mit Lipolyse, nach 4 Wochen eine erste Behandlung mit dem Genius und so weiter im 4-Wochen Rhythmus. Insbesondere die Indikation Hängebäckchen in Verbindung mit zusätzlichem Elastizitätsverlust des unteren Gesichtsdrittels einschließlich der Halsregion haben die Patientenzufriedenheit nochmals erhöhen können.

Korrespondenz-Adresse

Dr.med. Michael Weidmann
Hautzentrum am Forstpark
Willy-Brandt-Platz 3
DE-86153 Augsburg
michael.weidmann@globalhealth-academy.de

Conflict of Interests

Der Autor hat keine finanziellen Interessen.

Literatur

1. Giesse S, Weidmann M. Kombinationstherapien in der Ästhetik, Jahresheft Spitzenforschung Ästhetische Dermatologie und Dermatochirurgie 2017, 40-44.
2. Sandhofer M, Schauer P, Faulhaber J. Untersuchungsergebnisse des nicht-operativen Bodycontouring mittels Kombination aus Kryolipolyse, Injektions-Lipolyse und Stoßwelle an 22 Patienten, Jahresheft Spitzenforschung Ästhetische Dermatologie und Dermatochirurgie 2017, 122-125.
3. Faulhaber J. Bodycontouring mit chemischer Lipolyse und Kombinationsmöglichkeiten. J Asthet Chir 2020; 13 (1): 54–59.
4. Steinert M, Weidmann M. Grundüberlegungen zu einem neuen Behandlungsansatz für Dermato-Pannicosis Deformans (Cellulite). Kos Med 2016; 37(4): 140-145.
5. Weidmann M, Torzicky M, Funke G, Eichelberg D. Alternative Methoden zur Behandlung von diffusem Effluvium und Alopecia Areata: Mesotherapie und Platelet Rich Plasma Therapie. Kos Med 2015; 36(5): 192-194.
6. Gundermann KJ. Die Bedeutung von Polyenylphosphatidylcholin zur Verringerung von Fettpolstern in Desoxycholat-haltigen Injektionslösungen, KosMed 2018; 39(6) 248 – 259.

Ausgabe

Schreibe einen Kommentar