Bericht der 27. Jahrestagung der Austrian Academy of Cosmetic Surgery and Aesthetic Medicine
Vom 29. Bis 30. Mai fand die 27. Jahrestagung der AACSM e.V. im Hotel Astoria in Wien statt. Der erste Tag bestand aus Vorträgen und der Jahreshauptversammlung auf der Dr. Martin Barsch, MBA das Zepter als Präsident der Gesellschaft von Prof. Dr. Andreas Kuchar übernahm. Der zweite Tag fand bei Dr. Sabine Maier in ihrer Praxis statt: Hands-on Training mit gemeinsamer Fallanalyse: Botulinumtoxin, Filler, EBD’s und Peeling.
Dr. Martina Sandhofer, LL.M., die erst im letzten Jahr ein zusätzliches Studium Medizinrecht absolvierte, hielt ihren Vortrag zum Thema „Aufklärungs- und Dokumentationspflichten ästhetischer und kurativer Eingriffe in der Praxis“.
In Österreich gibt es seit 2013 für ästhetische Operationen das Ästhetische Operationsgesetz (ÄsthOpG). Deshalb werden spezielle Aufklärungsinformationen benötigt. Wichtig ist die medizinische Indikation, die entscheidet, ob das ästhetische Operationsgesetz zur Anwendung kommt oder die allgemeinen Aufklärungsregeln. Die Indikationsstellung muss deshalb immer gut begründet werden. Denn juristisch werden Heilbehandlungen von ästhetischen Behandlungen unterschieden. Ästhetische Eingriffe dienen, nicht zur Verbesserung des Gesundheitszustands, sondern zur subjektiven optischen Verbesserung. In Österreich sind medizinisch indizierte Behandlungen von der Steuer befreit. Ästhetische Eingriffe wiederum sind mit 20% umsatzsteuerpflichtig.

Dr.med. Sabine Maier
Dr. Sabine Maier hielt einen Vortrag „Update Filler- und Biostimulatoren“ sowie „Update BTX: von neuen Produkten, Tox-Trends und Nebenwirkungen“. Sie ging ein auf PRP, Exosomen, PLLA, Filler, Hydroxyallapatit und welche neuen Toxine auf dem Markt sind oder demnächst erhältlich sein werden.
Doz. Dr. Alfred Grassegger präsentierte in seinem Beitrag „Nebenwirkungen und Komplikationen bei Fillerbehandlungen“ mehrere Fälle aus der klinischen Praxis, wie sie vermieden und behandelt werden können.

Prof.Dr. Andreas Kuchar, Past-President.
Einsatz von Exosomen und Polynukleotiden
Dr.Norman Phillip Hoff von der Universitätshautklinik Düsseldorf präsentierte in zwei Vorträgen die molekularen Mechanismen und das therapeutische Potential von Polynukleotiden und Exosomen. Er stellte einige Arbeiten vor, die in diesem Jahr publiziert wurden. Die meisten befassen sich mit dem Einsatz von Polynukleotiden und Exosomen im Einsatz bei diabetischen Wunden und Narbenreduktion. Hier haben Studien vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Es soll die Angiogenese fördern und die Fibroblasten daran hindern, in Apoptose zu gehen. Interessant sind auch Überlegungen, Exosomen mit der CRISPR-Technologie genetisch so zu verändern, dass sie an ganz bestimmten Zellen andocken und so die Heilung forcieren. Es gibt auch Studien, die beim Einsatz von Polynukleotiden bei Hautpigmentierungen zu guten Ergebnissen gekommen sind.
Dr. Hoff wird in Kürze eine Studie über den Einsatz von Polynukleotiden an der Hautklinik Düsseldorf mit 21 Patienten starten.
Neues aus der Industrie
Interessant fand ich auch, dass zum ersten Mal auf der Jahrestagung, die Industrie sich mit Vorträgen präsentieren durfte. Stephan Bauer von der Firma MBC Medical Biocare GmbH stellte die Produktpalette der Firma dar. Sie haben insgesamt 12 Geräte unterschiedlicher Energiequellen: Laser, Ultraschall und Radiofrequenz. Herr Bauer erklärte, dass die einkalkulierten Kosten eines Gerätes bei einer Behandlung 5% bis 10% nicht überschreiten sollten und sich ein Gerät nach 6 Monaten amortisieren sollte.
Harald Feil der Firma HF Medical GmbH stellte eine neue Methode vor: Spanish Glow.
Es ist die einfache Kombination von 3 Produkten; nämlich „RRS HA Long Lasting“ – eine 21 mg vernetzte hochmolekulare Hyaluronsäure auf 3 ml sowie 15 Aminosäuren, „RRS HYALIFT 75 PROACTIVE“ 6x 5 ml – native Hyaluronsäure mit 16 Aminosäuren, 6 Antioxidantien und 5 Polyphenolen sowie „RRS HA EYES“ 12x 1,5 ml – 0,5 native Hyaluronsäure, Antioxidantien, Peptide, Spurenelemente und Flavonoide.
Alles in allem war es eine runde Tagung mit ausgezeichneten Referenten die spannende Themen präsentierten und einem interaktiven Hands-on Training, bei denen die Teilnehmer neue Produkte ausprobieren, aber auch von den Kollegen lernen konnten. Ich freue mich schon jetzt auf die kommende Veranstaltung: 18. Anatomischer Sezierkurs der AACSM am Lehrstuhl für makroskopische und klinische Anatomie in Graz, der vom 30. – 31. Oktober stattfindet mit Lappenplastik Kurs, Liposuktion und Fetttransfer sowie Straffungsoperationen und minimal invasiver Venenchirurgie.
Kommentar des neuen Präseidenten der der AACSM Dr. Martin Barsch, MBA:
Es ist mir eine große Ehre, das Amt des Präsidenten der AACSM zu übernehmen. Ich danke für das entgegengebrachte Vertrauen und freue mich darauf, in dieser Funktion die Zusammenarbeit zwischen der ISTAL (International Society for Tumescence Anaesthesia Liposuction) und der ISDS (International Society for Dermatologic Surgery), in welchen ich bereits als Vorstandsmitglied mitwirken darf, weiter zu stärken und den interdisziplinären Austausch aller Fachgesellschaften zu fördern.
Ein besonderes Anliegen ist mir der anatomische Sezierkurs in Graz, welchen wir dieses Jahr zum 18. Mal organisieren und welcher bereits seit Jahren weit über die Grenzen des Alpenlandes hinweg bekannt ist. Er ist eine einzigartige Plattform für wissenschaftlich fundierten, sachlichen und interdisziplinären Dialog, verbunden mit intensivem praktischen Sammeln von neuen Erfahrungen oder Festigen bekannter Techniken. Gerade der offene Austausch von Wissen und Erfahrung über Fachgrenzen hinweg bildet die Grundlage für Innovation, höchste Behandlungsqualität und die kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Fachgebietes.
Ich freue mich darauf, gemeinsam mit allen Kolleginnen und Kollegen die Zukunft der AACSM aktiv zu gestalten und die erfolgreiche Zusammenarbeit unserer Gesellschaften weiter auszubauen.
