Elektrische Impedanz-Spektroskopie / Kosmetische Medizin im Interview
Prof. Dr. Swen Malte John, Präsident des diesjährigen DERM-Alpin-Kongresses in Salzburg, hebt besonders die familiäre, internationale und interdisziplinäre Atmosphäre der Veranstaltung hervor. Vor dem Hintergrund der neuen WHO-Resolution zu Hauterkrankungen sieht er große Chancen, die Versorgung und Prävention weltweit zu verbessern. In seinen Vorträgen stellt er die elektronische Impedanzspektroskopie vor – ein Verfahren zur Messung des Hautwiderstands in verschiedenen Hautschichten. Damit lassen sich bösartige von gutartigen Hautveränderungen mit hoher Genauigkeit unterscheiden und zugleich die Funktion der Hautbarriere beurteilen. Aktuell laufen vielversprechende Studien, um die Methode als multifunktionales Routineverfahren in der Dermatologie und Berufsdermatologie zu etablieren.
Prof. Dr. Swen Malte John, den Kongresspräsidenten der DermAlpin, zum Thema elektrische Impedanz-Spektroskopie zur Erkennung von Hauttumoren
Kosmetische Medizin: Herr Prof. John Sie sind der diesjährige Kongresspräsident der DMA Alpin in Salzburg. Was ist für Sie das Besondere an diesem Kongress?
Prof. Dr. Swen Malte John: Ja, großes Vergnügen hier auf diesem Kongress sein zu können, eben weil es gleichzeitig familiär ist, gleichzeitig international und gleichzeitig ähm interdisziplinär. Das gibt’s an sich in der Kombination so nicht. Und wenn man denkt, dass uns die Weltgesundheitsorganisation ja jetzt gerade noch eine Steilvorlage gegeben hat mit der All Skin diseases Resolution, jetzt können wir wirklich was für Menschen mit Hauterkrankungen tun, da ist das hier genau das richtige Forum, um sich zu überlegen, wie man z. in Österreich, aber auch in Deutschland das Beste daraus machen kann. Deutlich machen, dass die Weltgesundheitsorganisation will, dass die Voraussetzungen für eine bessere Versorgung von Menschen mit Hauterkrankungen geschaffen werden, aber natürlich auch für die Prävention von Hauterkrankung.
KM: Sie halten ja mehrere Vorträge äh unter anderem zum Thema eIs, elektronische Impendanzspektroskopie. Was genau kann man sich denn darunter vorstellen?
Prof. Dr. Swen Malte John: Ja, in der Tat, also der Begriff ist komplex, elektronische Impedanz Spektroskopie. Es geht eben drum, dass man den Hautwiderstand misst in unterschiedlichen Tiefen der Haut und auf die Weise sehr elegant in der Lage ist Veränderungen in den obersten Schichten der Haut bis 2,5 mm festzustellen. Und das bedeutet, dass man zum einen mit einer bemerkenswerten Akkurates unterscheiden kann zwischen bösartigen und gutartigen Tumoren ähm mit einer Spezifität von 97%, was bemerkenswert ist. Was heißt also, wenn dieses System der Meinung ist, es ist nichts Bösartiges, dann ist die Wahrscheinlichkeit auch sehr gering, dass man etwas übersehen hat. Ähm, das ist das eine und zum anderen ist dieses System aber auch in der Lage, etwas zu Veränderungen in der Haut Barrierefunktion zu erfassen. Und da sind wir jetzt gerade dabei, eine Multicenter Studie zu machen und dafür zu sorgen, dass man dann sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann, dass man also ein Messgerät hat, mit dem man sowohl etwas über die Dignität von Veränderungen in der Haut in Bezug auf mögliche bösartige Tumoren aussagen kann, als auch z.B. Spiel dazu, in welchem Zustand sich die Hautbarriere befindet und natürlich auch auf diese Weise beurteilen kann, ob eine Therapie anschlägt oder nicht und ob jemand z.B. auch schon wieder arbeitsfähig ist. Also auch für berufsdermatologische Aspekte ist es wichtig äh zu wissen, ob eine Hautbarriere wirklich intakt ist. Die Haut kann normal aussehen, kann funktionell aussehen, aber unter Umständen ist nach einer Schädigung noch gar nicht wieder die volle Reparatur der Hautbarriere erreicht. Mit diesem Gerät würde man das unterscheiden können und natürlich auch die Frage, wie sieht’s aus? Können wir atopische Haut von Menschen mit gesunder Haut unterscheiden in dem Moment, wo auch der Patient, der zu einer atomischen Dermatitätis neigt, gerade keine Lesionen hat? Das wäre natürlich eine sehr interessante Fragestelle und genau der könnte man mit diesem Gerät nach Ja, auf jeden Fall. Gibt es denn schon äh neue Anwendungsdaten, die Sie hier präsentieren auf der Dämmer? Ja, also es gibt eine ganze Reihe von experimentellen Studien, die zeigen, was diese Methode kann und man muss jetzt noch dafür sorgen, dass man das eben halt zu einem Gerät weiterentwickelt, äh was als Routine Messmethode geeignet ist. Und nachdem die experimentellen Untersuchungen dermaßen vielversprechend sind, ähm habe ich keinen Zweifel, dass auch in der Multicenter Studie, die wir jetzt gerade vorbereiten, ähm wir zu entsprechenden Ergebnissen kommen und man eben halt dieses Gerät dann multifunktional nutzen kann.
KM: Dann sind wir sehr gespannt auf die Ergebnisse der Studie.
