Nadellose Applikation von Aktiv- und Wirkstoffen in die Haut / Kosmetische Medizin im Interview

Transdermale Applikation (TDA) ist das weltweit einzigartige System, das Wirk- und Aktivstoffe non-invasiv, schmerzfrei und zielgenau bis in die zu behandelnden Regionen transportieren kann. TDA bietet eine neue und wirksame Behandlungsmethode für eine Vielzahl von Erkrankungen und Schönheitsmakeln.

Kosmetische Medizin: Herr von Hannah, Sie haben den Dermatrop als nadelfreies Applikationssystem entwickelt. Was können Sie uns über die Technologie erzählen?
Herr von Hannah: Die Entwicklung von Dermatrop war natürlich eine Teamleistung. Das System blickt bereits auf eine längere Entwicklungsgeschichte zurück. Im Kern geht es um die nadelfreie Applikation von Aktiv- und Wirkstoffen in die Haut beziehungsweise durch die Haut.
Die Technologie wird bereits in unterschiedlichen medizinischen Bereichen eingesetzt. In der Sportmedizin beispielsweise können Wirkstoffe gezielt bis in das Kniegelenk transportiert werden. Für die ästhetische Medizin haben wir ein Portfolio speziell entwickelter Wirkstoffe, die ohne Nadel in die Haut eingebracht werden können.

KM: Wie gelangen die Wirkstoffe in die Haut?
Herr von Hannah: Das Verfahren basiert auf dem Zusammenspiel von drei Komponenten: einem medizintechnischen Gerät, einer speziell entwickelten Trägersubstanz – einem galenischen Carrier – sowie medizinischem Sauerstoff, der vom Gerät erzeugt wird.
Die Trägersubstanz wird zunächst in die Epidermis eingebracht und erweitert deren Aufnahmefähigkeit für rund 20 Minuten um etwa zwei Drittel. Anschließend werden die Wirkstoffträger durch das Gerät aktiviert und können effektiv in die Haut penetrieren.
Nach einer Gesichtsbehandlung wirkt die Haut unmittelbar frischer und vitalisierter. Nach etwa fünf bis sechs Stunden berichten viele Anwender zudem über ein leichtes Kribbeln, das als Zeichen der einsetzenden Wirkung wahrgenommen wird. Diese Beschreibung bezieht sich auf ästhetische Anwendungen. In der Onkologie stehen dagegen andere therapeutische Effekte im Vordergrund.

KM: Für welche Indikationen eignet sich Dermatrop?
Herr von Hannah: Dermatrop ist als Plattformtechnologie konzipiert. Das bedeutet, dass sich das System je nach eingesetztem Wirkstoff für unterschiedliche Anwendungen nutzen lässt.
Im ästhetischen Bereich umfasst das Spektrum unter anderem Hautverjüngung, Hautaufhellung sowie Anwendungen für die Vaginalgesundheit. Darüber hinaus gibt es Einsatzmöglichkeiten in der Onkologie, beispielsweise bei bestimmten Formen des Basalzellkarzinoms. Unsere Partner haben außerdem Studien zur nadelfreien Applikation von Botulinumtoxin durchgeführt – etwa zur Behandlung von Hyperhidrose sowie zur Regulierung von öliger Haut. Die Plattform ist bewusst offen gestaltet: Die eingesetzten Wirkstoffe bestimmen letztlich das jeweilige Behandlungsspektrum.

KM: Welche Vorteile bietet Dermatrop im Praxisalltag?
Herr von Hannah: Ein wesentlicher Vorteil ist, dass die Behandlung vollständig delegierbar ist. Da keine Nadeln verwendet werden, wird die Haut nicht verletzt. Das System verfügt über eine intuitive Benutzeroberfläche, die das Praxispersonal Schritt für Schritt durch die Behandlung führt und so eine gleichbleibend hohe Behandlungsqualität unterstützt.
Auch bei anspruchsvolleren Wirkstoffen, etwa Botulinumtoxin, ermöglicht das System eine kontrollierte und gleichmäßige Applikation. Dadurch lassen sich Wirksamkeit und Sicherheit gut miteinander verbinden. Für Ärztinnen und Ärzte bedeutet das zugleich eine Entlastung im Praxisalltag, da die Behandlung nach entsprechender Einweisung delegiert werden kann.

KM: Herr von Hannah, vielen Dank für das Gespräch.

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