Thomas Krieg ist neuer Vizepräsident der Leopoldina

Caroline Wichmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

 

Der Senat der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat heute den Mediziner Prof. Dr. Thomas Krieg (Köln) zu ihrem neuen Vizepräsidenten gewählt. Der Dermatologe folgt dem Pharmakologen Prof. Dr. Martin Lohse nach, der nach zwei Amtszeiten turnusgemäß ausscheidet. Dem Präsidium der Leopoldina gehören vier Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten an. Ihre Amtszeit beträgt jeweils fünf Jahre.

 

Thomas Krieg, Vizepräsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
(Markus Scholz/Leopoldina)

Der neue Vizepräsident Thomas Krieg wurde 1997 als Mitglied in die Leopoldina aufgenommen. Seit vielen Jahren bringt er sich in die Arbeit der Akademie ein. So gehörte er von 2011 bis 2015 dem Senat an. Seit 2016 ist er Sprecher der Klasse III ‒ Medizin. Er ist Vorsitzender des 2015 eingerichteten Findungsausschusses, der stark interdisziplinär forschende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für eine Aufnahme in die Leopoldina vorschlägt. Zudem arbeitete Krieg an mehreren Papieren zur wissenschaftsbasierten Politikberatung mit, zum Beispiel am Diskussionspapier “Die Bedeutung von Wissenschaftlichkeit für das Medizinstudium und die Promotion” (2019).

Das Forschungsgebiet von Thomas Krieg ist die Dermatologie. Zu Kriegs Forschungsthemen gehören Wundheilungsstörungen, Autoimmunerkrankungen, Entzündungsmechanismen und Bindegewebsforschung. Er identifiziert molekulare Mechanismen chronischer Wunden und arbeitet an neuen Therapien. Für seine Forschungsarbeiten erhielt Krieg vielfältige Auszeichnungen, unter anderem die Otto-Hahn-Medaille (1979), ein Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1983‒1986) und den Max-Planck-Forschungspreis (1991). 1999 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Semmelweis-Universität Budapest (Ungarn) verliehen, seit 2012 ist Krieg Ehrendoktor der Universität Lund (Schweden).

Thomas Krieg studierte Medizin in Berlin und wurde 1973 promoviert. Anschließend forschte er in Düsseldorf, Martinsried und Stockholm. 1982 habilitierte er sich an der Universität München. Einem Aufenthalt als Gastwissenschaftler am National Cancer Institute Bethesda (USA) folgten Forschungsarbeiten an der Universität München und die Berufung auf eine Professur an der dortigen Dermatologischen Klinik und Poliklinik. 1991 folgte er einem Ruf als Professor und Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie der Universität zu Köln. 1995 bis 2003 war Krieg dort Leiter des Zentrums für Molekulare Medizin. Ab 2001 wirkte er zehn Jahre lang als Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Uni Köln. 2011 bis 2019 bekleidete der Mediziner das Amt des Dekans der Universitätsmedizin in Köln.

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