Tagung: Mediziner diskutierten über den Einfluss des Lichts auf die Gesundheit

Welchen Einfluss haben UV-Strahlen oder das Sonnenhormon Vitamin D auf die Gesundheit? Welche Rolle spielen diese Faktoren bei Hautkrebs? Wie kann Licht bei Krebs-Therapien zum Einsatz kommen? Um Fragen wie diese ging es beim Symposium „Biological Effects of Light“, das vom 11. bis 12. Juni in Homburg an der Saar stattfand. Organisiert wurde die Tagung unter anderem von dem Homburger Mediziner Professor Dr. Jörg Reichrath. Der Dermatologe und sein Team erforschen etwa, wie Vitamin D helfen kann, Hautkrebs vorzubeugen und zu behandeln.

 

Ein Zuviel an Sonnenlicht lässt die Haut schneller altern und kann die Entstehung von Hautkrebs fördern. Andererseits zeigen zahlreiche Studien, dass UV-Strahlen sich positiv auf die Gesundheit auswirken können. „Es kommt auf das richtige Maß an“, sagt Professor Dr. Jörg Reichrath, Stellvertretender Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Uniklinikum des Saarlandes. „Wie viel Sonnenlicht der Einzelne verträgt, hängt dabei auch von verschiedenen Faktoren wie dem individuellen Hauttyp ab.“ Zudem spielen bei der täglichen Lichtdosis weitere Punkte wie das Wetter oder die geographische Lage eine Rolle: So macht es zum Beispiel einen Unterschied, ob der Himmel bewölkt oder wolkenfrei ist oder ob man sich etwa in den Bergen oder im Wald befindet.

 

 

Auf dem Kongress im Schlossberg-Hotel Homburg stellten Experten aus Europa und den USA neue Erkenntnisse aus der Lichtforschung vor. Dabei ging es unter anderem um die Prävention von Hautkrebs oder um die Bedeutung von Vitamin D für die Gesundheit. Die Forscher und Mediziner diskutierten ferner über die positiven und negativen Effekte von UV-Strahlung sowie über neue Licht-Techniken, mit denen Patienten effektiver behandelt werden können. Auch die Rolle von sogenannten photodynamischen Therapien stand auf dem Programm.

 

 

Darüber hinaus sprach der renommierte Endokrinologe Professor Michael F. Holick vom Boston Medical Center auf der Tagung. Holick konnte grundlegende Mechanismen des Vitamin D-Stoffwechsels klären. Das Vitamin ist unter anderem an Prozessen des Knochenaufbaus, der Zellteilung und des Zellwachstums beteiligt und stimuliert das Immunsystem. Der Körper kann es in der Haut mit Hilfe von UV-B-Strahlen des Sonnenlichts selbst produzieren. Holicks Forschung hat unter anderem einen wichtigen Beitrag dabei geleistet, die Bedeutung von Vitamin D-Mangel bei verschiedenen Krankheiten zu verstehen und richtig einzuordnen.

 

 

Holick und Reichrath organisierten die Tagung gemeinsam mit Professor Dr. Thomas Vogt, Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Homburger Uniklinikum. Unterstützt wurde das Symposium von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

 

 

Hintergrund
In seiner Forschung geht Jörg Reichrath unter anderem der Frage nach, wie Vitamin D und ähnliche Verbindungen vor Hautkrebs schützen können. Er und seine Kollegen untersuchen beispielsweise das Zusammenspiel von Vitamin D und p53, einem Protein, das die Zellteilung bei Tumorzellen unterbinden kann. Kommt es hierbei zu Fehlern, kann es zu Veränderungen im Genom kommen. Wissenschaftler haben diese Prozesse bereits bei Hautkrebs nachgewiesen.

 

 

Am Homburger Uniklinikum haben sich Anfang des Jahres Forscher und Mediziner im interdisziplinären Zentrum für klinische und experimentelle Photodermatologie zusammengeschlossen. Sie wollen etwa erforschen, wie sich natürliche oder künstliche UV-Strahlen auf die Gesundheit auswirken und wie sie bei Therapien sinnvoll eingesetzt werden können. Neben Professor Reichrath sind daran Professor Dr. Michael Pfreundschuh, Klinikdirektor Innere Medizin, sowie Professor Dr. Stefan Wagenpfeil, Direktor des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Medizinische Informatik, beteiligt.

 

 

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jörg Reichrath
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
E-Mail: joerg.reichrath(at)uks.eu

Anmelden

Passwort vergessen?